frage an den stilratgeber: darf man folgendes tun? (heute gesehen) neben mir wäscht sich ein älterer herr auf einem öffentlichen wc die hände. dann greift er sich in den mund und fördert sein gebiss zutage. auch das wird gewaschen unter dem wasserstrahl.
entscheiden sie selbst: hat der mann richtig gehandelt?
Samstag, 27. Oktober 2012
Montag, 15. Oktober 2012
der oder das?
Für Sie nachgeschlagen im Duden Rechtschreibung: Heisst es der Arsch oder das Arsch? (Neulich wurde mir diese Frage von interessierten Schülern zugetragen.)
Es heisst der Arsch. Keine Variante zulässig, auch wenn wir als Schweizer Dialektsprecher "es Arsch" kennen (oder eben lieber nicht - schliesslich hat keiner gern Ärsche in seinem Bekanntenkreis. Damit wäre jetzt auch der Plural klar: Ärsche. Auch dudenkonform.)
Überhaupt: Es macht Freude, dudenkonform zu fluchen. Auf derselben Doppelseite im Standardwerk deutscher Sprache findet sich der Armleuchter (mit der Ergänzung "auch Schimpfwort" - was denn sonst?, frage ich mich). Und natürlich finden sich auch alle die hübschen Komposita mit dem A-Wort: -backe, -bombe, -kalt, -pauker (derb für Lehrer (!)) und mein Lieblingswort: Arschwisch. Der Wisch ist ja ohnehin schon wertlos, wenn er aber noch einen (maskulin, ja das haben wir gelernt) Arsch vorgehängt bekommt, dann ist er wohl ganz und gar wertlos...
Montag, 24. September 2012
Schreibst du nur das Zauberwort
Bei der Durchsicht meiner alten Posts habe ich eine interessante Entdeckung gemacht:Im Durschnitt werden meine Posts von einigen wenigen Leuten gelesen. Oder wenigstens aufgerufen. Nicht gerade berauschend. Nur ein Post überragt die anderen bei weitem, was die Aufrufe angeht. Der Text heisst "Das Fiesbook" und handelt von - tja - Facebook. Natürlich ist der Post auch so gelabelt, will heissen: Wer einigermassen ziellos im Web herumgoogelt und mal "Facebook" eintippt, stösst allenfalls auf diesen Post. Und offenbar tun das viele Menschen. Über 200 (!) haben sich meinen Post zum Fiesbook angeschaut. Das bringt mich auf mehrere Gedanken:1. Es gibt Leute, die wohl ziemlich viel Zeit im Web verbringen und so irgendwann über meinen Facebook-Post stolpern.2. Das Schlagwort "Facebook" zieht.3. Deshalb habe ich es grad viermal in diesem Post verwendet. 4. Noch dreimal: Facebook, Facebook, Facebook.5. Das sollte reichen. Ich lehne mich jetzt zurück und gucke auf den Besucherzähler meines Blogs.
Dienstag, 26. Juni 2012
Dienstag, 5. Juni 2012
Mittwoch, 17. Februar 2010
Von bescheuerten Sportarten
Die Winterolympiade - man mag sie als geistlose, profitorientierte Geldmacherei abwerten - diese olympischen Spiele also konfrontieren uns mit ein paar grundlegenden Fragen des Menschseins. Schaut man sich zum Beispiel die Rodler (oder auch die Rodlerinnen - ich sehe da keinen Unterschied) an, dann fragt man sich natürlich, wie ein Mensch sich in einem hautengen Anzug ernsthaft auf einem Schlitten einen Eiskanal hinunterstürzen kann, mit 130 km/h um die Kurven jagt und laut Fernsehkommentator dabei kaum etwas sieht, weil der Kopf nicht angehoben werden darf zwecks Aerodynamik. Es ist also offenbar so, dass diese Sportler nicht viel mehr machen als auf diesem Schlitten zu liegen und zu warten, bis sie unten sind. Mal zeigt die Uhr eine Hundertstel mehr, mal eine weniger an, was die einen freut und die anderen ärgert.
Das liesse sich ja alles noch entschuldigen. Sollen die doch einen Eiskanal runterschlitteln, wenn sie das wirklich wollen. Die optische Beleidigung hingegen, die ist nicht tolerierbar. Die Athletinnen (und Athleten) liegen in ihren Wurstpellen grad wie auf einem Serviertablett, was dann so aussieht, als ob hier ungekochte Blutwürste serviert würden, von einem zittrigen Kellner, sodass man immer etwas Angst haben muss um die Wurst.
Das liesse sich ja alles noch entschuldigen. Sollen die doch einen Eiskanal runterschlitteln, wenn sie das wirklich wollen. Die optische Beleidigung hingegen, die ist nicht tolerierbar. Die Athletinnen (und Athleten) liegen in ihren Wurstpellen grad wie auf einem Serviertablett, was dann so aussieht, als ob hier ungekochte Blutwürste serviert würden, von einem zittrigen Kellner, sodass man immer etwas Angst haben muss um die Wurst.
Sonntag, 2. August 2009
Am Nationalfeiertag
Am ersten August beneide ich meine ehemaligen Kollegen von der Zeitungsredaktion jeweils ganz und gar nicht. Nicht weil sie am Nationalfeiertag Sonntagsschicht schieben müssen, sondern weil sich jedes Jahr dasselbe abspielt: In jeder Gemeinde findet die gleiche offizielle Feier statt, die gleichen Jodler jodeln die gleichen Lieder und die gleichen Leute sitzen vor der gleichen Fahne. Nachdem die nationale Bedrohung der letzten Jahr mittels Taskforce erfolgreich aus dem Weg geräumt wurde – die Rede ist von der Cervelatkrise bzw. dem Mangel an Därmen – weiss der diensthabende Journalist schon im Voraus, was von den Rednerpulten zum Volk gesprochen wird. Getrost könnte er die Schlagworte der letzten Jahre – Solidarität, Selbstverantwortung, Schweizer Werte, Aufbruch und Rückbesinnung – mit ein paar aktuellen Floskeln würzen – Krise, jetzt erst recht, das Steuer herumreissen – und schon hätte er die Reden zusammengefasst. Hie und da die Reihenfolge verändert, da und dort etwas pointierter formuliert und fertig ist der Brei. Natürlich wird das der Redaktor nicht tun, und seine Reporter werden ihm getreu berichten, was dieser und jene vom Rednerpult herunter sprach.
Sie sehen also, als Zeitungsmacher hat man es nicht leicht, besonders nicht am Nationalfeiertag. Und sollten Sie selber dereinst eine Rede zum Gründungstag der Schweiz halten müssen, dann denken Sie bitte an die armen Journalisten und versuchen Sie, etwas ganz Anderes zu machen. Erzählen Sie vom letzten Quartierfest, als Sie mit dem türkischen Nachbarn ins Gespräch kamen. Berichten Sie von Ihrer letzten Velotour durch das schöne Zürcher Oberland. Servieren Sie ein paar schöne Geschichten und lassen Sie die Floskeln und Schlagworte zu Hause.
Sie sehen also, als Zeitungsmacher hat man es nicht leicht, besonders nicht am Nationalfeiertag. Und sollten Sie selber dereinst eine Rede zum Gründungstag der Schweiz halten müssen, dann denken Sie bitte an die armen Journalisten und versuchen Sie, etwas ganz Anderes zu machen. Erzählen Sie vom letzten Quartierfest, als Sie mit dem türkischen Nachbarn ins Gespräch kamen. Berichten Sie von Ihrer letzten Velotour durch das schöne Zürcher Oberland. Servieren Sie ein paar schöne Geschichten und lassen Sie die Floskeln und Schlagworte zu Hause.
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